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Die Geschichte Innichens

Über 1.200 Jahre belegbare Geschichte
Quelle: "Ein Haus in Innichen"; gesammelt geschrieben und gezeichnet von Hansjörg Plattner

Erste Häuser
Die „Innichner“ Täler, das Drautal und das Sextnertal, waren zur Zeit der Römer Teile wichtiger Verbindungen von Süd nach Nord. Die Via Iulia Augusta führte von Aquileia bei Udine über Zuglio (Tolmezzo), den Plöckenpass und Irschen (bei Lienz), dann durch das Drautal, Pustertal, Eisacktal nach Veldidena (Wilten bei Innsbruck) und weiter bis nach Augusta Vindelicorum (Augsburg). Die Via Claudia Augusta Altinate führte durch das Sextnertal über den Kreuzbergsattel und das Piavetal bis nach Altino bei Venedig. Kreuzungspunkt beider Straßen war die Mansio Littamum, das heutige Innichen. Die Besiedelung dieses Ortes ist aber älter. Funde aus der Hallstattzeit bezeugen, dass bereits um 1000 v. Chr. Siedler an den sonnseitigen Talhängen lebten. 500 Jahre später wurden diese ersten Bewohner von den aus Südwestdeutschland kommenden Kelten assimiliert. Das Gebiet wurde Teil des keltischen Königreiches Noricum und vermutlich waren es die Kelten, die dort, wo der Sextnerbach in die Drau mündet, die erste befestigte Siedlung aufbauten: Littàmu. Keltisch ist auch das Wort Indiaca, das die Besitzungen eines Indius bezeichnet, ein Gehöft, das wahrscheinlich auf dem Burgbühel südlich vom heutigen Ortszentrum gestanden hat (Kühebacher: Kunst und Kulturlandschaft). Aus diesem Wort Indiaca entwickelte sich der Name Innichen.

15 v. Chr. wurde das Gebiet Teil des Römischen Reiches, Littàmu wurde Littamum, das Königreich Noricum zur Provinz Noricum. Littamum wuchs schnell zu einer komplexen Straßensiedlung heran, wobei das Siedlungsgebiet scheinbar auf den Bereich östlich der Wiere (des Wassergrabens) beschränkt blieb. Das Zentrum, die Mansio und die Thermen lagen nordöstlich des heutigen Spitals.

Die Handelstätigkeit in Littamum scheint sich gut entwickelt zu haben, denn bereits gegen Ende des 1. Jahrhunderts wurden die Häuser besser ausgestattet mit Hypokaustenheizung und bemaltem Putz. Aber schon 200 Jahre später brach diese Entwicklung drastisch ein. Bei verschiedenen archäologischen Grabungen wurden Brandhorizonte entdeckt und darüber die Reste ärmlicher Behausungen. Es müssen Raubzüge germanischer Stämme stattgefunden haben, durch die ein großer Teil von Littamum zerstört worden war. Das Straßennetz blieb wohl noch eine Zeit lang aktiv, darauf lässt die spätere Erweiterung der Thermen schließen. Aber bereits Mitte des 5. Jh. n. Chr. wurde z.B. auf den Resten der Thermen ein einfacher Blockbau errichtet. D.h. die Siedlung hatte ihre Bedeutung verloren, Littamum war aufgelassen worden (Dal Ri, di Stefano).

Das Kloster
Ich Tassilo, Herzog der Bajuwaren, der hochedle Mann, gerührt über Gottes Barmherzigkeit und die ewige Seligkeit, schenke und übergebe aus eigener Vollmacht mit Bewilligung der vornehmsten Bajuwaren, den Ort genannt India, den man insgemein das Feld Gelau heißt, dem Abt Atto, zu der Kirche des hl. Apostelfürsten Petrus und der übrigen hl. Apostel und Märtyrer, zum Heile meiner Seele wie auch meiner Vorfahren, zur Erbauung eines Klosters und zu dessen Unterhalt. Vom Bache der genannt wird Tesido, bis an die Grenzen der Slawen, d.i. bis zum Bächlein des Berges Anras, schenke und übergebe ich alles, ganz und vollständig, ebene Felder und Gebirgsland, Weiden, Jagdgebiet, Moosgründe sowie auch Gesträuch, die alle zu diesem Orte gehören, so dass kein einziger Mensch in Zukunft befugt sei, unter welch immer für einen Vorwand oder Anspruch, diesen Ort und seine Bewohner, besonders den anfänglich genannten Abt Atto oder dessen Nachfolger, zu beunruhigen. Darum habe ich eigenhändig, so gut ich’s imstande war, den Anfang der Buchstaben dieser Schrift in Gegenwart meiner Richter und der Vornehmsten nachgebildet. Dabei haben wir vernommen, dass die dortige Gegend von alters her öde und unbewohnt sei. Deshalb habe ich sein Verlangen und seine demütige Bitte erhört, und wegen des ungläubigen Volkes der Slawen, damit es auf den Weg der Wahrheit geführt werde, diese Schenkung durch gegenwärtige Urkunde frohen Sinnes gemacht, wobei ich keinesfalls annehme, dass jemand von meinen Erben oder Miterben, wer immer, diesem Schenkungsbrief entgegenhandeln oder denselben entkräften möchte, wodurch er sich den Zorn Gottes und aller Heiligen zuziehen müsste. Das Zeichen meiner eigenen Hand setze ich bei, ich Tassilo, zur Bestätigung der Schenkung.
Geschehen zu Bozen, bei seiner Rückkehr aus Italien, im 22. Jahre seiner Regierung.
(Kühebacher Schlern 1990-3)

Mit dieser Schenkungsurkunde begann 769 die Neubesiedelung des „unbewohnten“ Ortes Innichen. Ganz unbewohnt war die Gegend sicher nicht, aber wahrscheinlich ist von der römisch-keltischen Siedlung Littamum nach der Völkerwanderung und den bajuwarisch-slawischen Kämpfen kaum etwas übrig geblieben. Bezeichnend dafür ist, dass in der Urkunde der Name India, eine Verkürzung des keltischen Namens Indiaca, vorkommt, nicht der Name Littamum. Der Hof auf dem Burgbühel war also wichtiger und präsenter als die Mansio, zu der er gehörte.
Abt Atto baute ein kleines Kloster, um seinem Auftrag der Rekultivierung der Gegend und Christianisierung der angrenzenden Gebiete der Slawen nachzukommen. In der Urkunde von 816 zitierte Kaiser Ludwig der Fromme das errichtete Kloster: „…Atto…construxit quondam cellulam, quae nuncupatur Inticha…“ Die Bezeichnung cellula lässt darauf schließen, dass es sich um eine wirklich kleine Einheit gehandelt hat, und diese könnte sich im Haus Chorherrenstraße 1 (siehe die Alte Dekanei) wiederfinden. Im Erdgeschoss könnten sich die Küche und Tag- und Nachtraum der Brüder befunden haben, im Obergeschoss das Zimmer des Prior, das Refektorium und Tag- und Nachtraum der Patres. Vielleicht haben die Kanoniker anfangs als Kommunität in diesem Haus gelebt (Kühebacher Schlern 1990-3).
Das Kloster war ein Eigenkloster von Freising und blieb dies bis 1140. Der Bischof von Freising war geistlicher und weltlicher Herr der übertragenen Güter. Aufgrund der großen Entfernung ließ er sich vor Ort durch einen Dekan bzw. einen Vogt vertreten. Das Kloster war Missionskloster und Beherbergungsstation (Bosl).


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